Lufthansa shreddert Bordexemplare

Lufthansa wird viele kostenlose Bordexemplare von Zeitschriften und Zeitungen durch elektronische Versionen ersetzen. Das Ziel sind Einsparungen in der Logistik, aber auch neue Umsatzpotentiale. Für einige Verlage wird das schmerzliche Auflagenverluste bedeuten.

Ab dem 21. Januar soll es kostenlose Zeitungen und Zeitschriften in Papierform nur noch in der First- und Business Class, den Lounges und im Abfertigungsbereich von sechs deutschen Flughäfen geben.

Ganz abgeschafft werden die beliebten Freiexemplare aber nicht. Wer Holzklasse fliegt, kann vor dem Flug mindestens zwei Titel digital kostenlos herunterladen – und auch nach dem Flug als PDF behalten. Die Zahl der kostenlos angebotenen Titel pro Flug soll laut Pressemitteilung mit Flugklasse und Vielfliegerstatus steigen.

Für Lufthansa ergeben sich einige Vorteile, die beteiligten Verlage werden weniger begeistert sein. „Lufthansa shreddert Bordexemplare“ weiterlesen

So muss Abo-Werbung klingen!

Der Begriff „Abonnement“ hat im Alltag manchmal fast schon etwas Bedrohliches. Kaufen kann man sofort und mündlich, beenden oft aber nur mit Fristen, allerlei Barrieren und nach dem gewissenhaften Studium ellenlanger juristischer Zwergenschrift-Texte. Das gilt nicht nur für den Abo-Vertrag, sondern oft auch für die Abo-Werbung, die den umworbenen Verbraucher in ihrer Tonalität und Fußnotenfülle oft eher erschreckt als motiviert.

Dass es auch anders geht, zeigt die Abo-Werbung für Tilman Rammstedts Textbegleitung „Morgen mehr“. Wenngleich um den Preis, dass einige Details des Angebots im Dunkeln bleiben. „So muss Abo-Werbung klingen!“ weiterlesen

E-Paper hat keine Chance

Josephine Mark, puvoproductions.com

Josephine Mark bringt es auf den Punkt: Die E-Paper-Technologie wird sich womöglich nicht durchsetzen. Zur Erinnerung: „E-Paper“ (nicht zu verwechseln mit den digitalen „ePaper“ oder auch „E-Paper“-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften) ist die Bildschirmtechnologie, die sich durch ihren winzigen Energieverbrauch auszeichnet, dafür aber nur rudimentäre Fähigkeiten besitzt. In E-Book-Readern wie dem Kindle und dem Tolino ist sie heute Standard, im Zeitungsmarkt ist sie bisher nicht angekommen.

Dennoch setzt Springer-Chef Mathias Döpfner (zuletzt im September 2014) auf die E-Paper-Technologie: „Die besten Zeiten im Journalismus stehen uns noch bevor – auf elektronischem Papier!“ Warum eigentlich?
„E-Paper hat keine Chance“ weiterlesen

In hundert Jahren ist Digitales vergessen

Digitales gilt vielen Menschen als die Zukunft der Wissensvermittlung und -speicherung. Kein Papier mehr herumschleppen, jedes Wissen immer und überall online verfügbar haben und darin suchen können – sogar das Wissen selbst erscheint vielen obsolet. Suchen ersetzt das Wissen, wer sich noch mit bildungsbürgerlicher Wissensaneignung und -bewahrung beschäftigt, gilt als (im staubigsten Sinne) old school.

Es gibt gute Argumente für jede dieser Sichtweisen auf Vor- und Nachteile des Digitalen. Eines aber dürfte feststehen. Digitales Wissen wird in hundert Jahren weitgehend verloschen sein. Gut, wenn es in der Zwischenzeit jemand auf gutes Papier gedruckt, in Stein gemeißelt, in Vinyl gepresst oder in Titanblech gelasert hat.  „In hundert Jahren ist Digitales vergessen“ weiterlesen

YouTube-Videos besser einbetten

"Vorschläge" von YouTube im Anschluss an ein Erklärvideo von Quabel
„Vorschläge“ von YouTube im Anschluss an ein Erklärvideo von Quabel

(Update Januar 2016) Wer Videos von YouTube in seiner Webseite einbettet, sollte auf korrekte Einstellungen achten. Denn YouTube blendet nach dem Video ungefragt „Vorschläge“ ein, die mit dem eigentlichen Thema oft nichts mehr zu tun haben.

Das kostet nicht nur die Aufmerksamkeit des Webseitenbesuchers, es kann auch peinlich bis kritisch werden, wenn lustige Katzenfilme, halbseidene Home-Videos oder Werbung der Konkurrenz innerhalb der eigenen Webseite laufen. „YouTube-Videos besser einbetten“ weiterlesen

Von „liederlichen Studiosi“ und dem „höchstverpönten Nationalismus“

Hamburgischer Correspondent 13.8.1757-Titelblatt
Hamburgischer Correspondent vom 13.8.1757

Am 13. August 1757 veröffentlichte der Hamburgische Correspondent diesen Aufruf des „Landes-Herrn“ und „Durchl. Ernährer der Jenaischen Akademie“ zu Jena an deren Studenten. Er liest sich zunächst als Tagebuch raufender und saufender Studenten, von der Obrigkeit aufgerufen, sich ihrer studentischen Aufgaben zu besinnen und sich „mit Tugenden und schöner Lebensart geschmücket“ zu präsentieren. Die Rollen scheinen klar verteilt: Hier der um das moralische Wohl besorgte Landesvater, dort die liederlichen Studiosi. Doch ist das auch der wahre Kern der Geschichte? „Von „liederlichen Studiosi“ und dem „höchstverpönten Nationalismus““ weiterlesen

Was verbindet US-Richter, Marsmenschen, Smartphones und die Medienindustrie?

Was verbindet US-Richter, Marsmenschen, Smartphones und die Medienindustrie? Quelle: Disney
Bild: Disney

Was verbindet US-Richter, Marsmenschen, Smartphones und die Medienindustrie? Die drei Erstgenannten sind Akteure eines Urteils zu der Frage, ob US-Polizisten Smartphones inhaftierter Personen durchsuchen dürfen (Bericht der NYT hier), die Medienindustrie kann auch etwas daraus lernen. Die Richter beschreiben darin die voranschreitende Integration von Smartphones in den Alltag der Menschen. Für Medienanbieter bedeutet das: Wer digitalen Content anbietet, muss den Sprung auf das Smartphone (oder seine Derivate Tablet, Glasses, Watch ….) schaffen.  „Was verbindet US-Richter, Marsmenschen, Smartphones und die Medienindustrie?“ weiterlesen

Zeitungspapier anno 1757. Ein haptisches und visuelles Feuerwerk

Die Haptik spielt in der Medienwelt heute fast keine Rolle mehr. Zeitungspapier ist weitgehend glatt, weiß und langweilig. Digitale Leser greifen auf Glas, Plastik oder Aluminium. Dagegen erleben wir die Zeitung von 1757 als ein Feuerwerk haptischer und visueller Eindrücke. „Zeitungspapier anno 1757. Ein haptisches und visuelles Feuerwerk“ weiterlesen

Neue Wuppertaler Wochenzeitung „Talwaerts“. Ohne Anzeigen, aber mit Nähe zur Stadtsparkasse?

Jan Filipzik und Florian Schmitz, Chefredakteure/Herausgeber von Talwaerts. Foto. Talwaerts
Jan Filipzik und Florian Schmitz, Talwaerts. Foto: Talwaerts

Die neue Print-Wochenzeitung Talwaerts will „unabhängig und niemandem verpflichtet“ ohne Anzeigen leben. Erklärungsbedürftig ist dabei ihre formale Nähe zur Stadtsparkasse Wuppertal, denn deren Portal woopt.de und Talwaerts werden von der gleichen Gesellschaft herausgegeben und teilen sich mit Jan Filipzik auch noch einen Chefredakteur. Ohne, dass Talwaerts darauf hinweisen würde.  „Neue Wuppertaler Wochenzeitung „Talwaerts“. Ohne Anzeigen, aber mit Nähe zur Stadtsparkasse?“ weiterlesen

Es ist das grundlegende Muster von Storytelling, dramatische, dynamische Kontraste zu schaffen, die den Geschichten Energie verleihen. Der Künstler orchestriert die verschiedenen Stimmen in seinem Kopf auf dialogische Art. Online treten die Menschen eher mit sehr einseitigen Positionen auf, und Drama entsteht zwischen Personen.

Nicholas Currie alias Momus, in: Du, das Kulturmagazin; 815, April 2011

 

Mediapart: Werbefreier Online-Journalismus ist keine Erfindung der Krautreporter

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Quelle: Mediapart/Twitter

Lange vor den Krautreportern haben sich im Internet Medienprodukte etabliert, die auf Werbeeinnahmen verzichten und sich ausschließlich von Abo-Gebühren finanzieren. Dass dies auch langfristig gelingen kann, beweist die französische Internetzeitung Mediapart. „Mediapart: Werbefreier Online-Journalismus ist keine Erfindung der Krautreporter“ weiterlesen

„Editorial Team shld be equal to tech team“

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Bild: Vox Media/Twitter

Dieser Tweet von Vox Media erhielt viel Lob in der Medienlandschaft. Das Redaktionsteam sollte genauso groß sein wie das technische Team! Das scheint mir eigentlich selbstverständlich zu sein, ist es heute aber nicht. Medien leben von Inhalten, und die kommen in der Regel nicht von den Technikern, sondern von Journalisten. „„Editorial Team shld be equal to tech team““ weiterlesen

„Nächstenliebe ist nicht Jedermanns Sache“. [4.7.1883]

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(Boulevard-)Journalismus ist keine Erfindung unserer Zeit. Hier ein kleiner Auszug über einen herzlosen Droschkenkutscher aus dem „Generalanzeiger der Stadt Magdeburg und Provinz Sachsen“ vom 4. Juli 1883. „„Nächstenliebe ist nicht Jedermanns Sache“. [4.7.1883]“ weiterlesen

orts.tv : Internet-TV total lokal

Mit seinem konsequent lokal ausgerichteten Online-Dienst orts.tv wurde Andreas Richter zum Gründer des Monats Dezember 2013 der ego.netzpiloten in Sachsen-Anhalt gewählt. Das Interessante an orts.tv ist, dass Video-Nachrichten offenbar auch auf einer sublokalen Ebene funktionieren. Als Kern-Verbreitungsgebiet sieht der Pilot orts.tv Barleben nämlich die Mini-Kommune Barleben bei Magdeburg mit nicht einmal 10.000 Einwohnern. Behandelt werden ausschließlich lokale Themen mit Videobeiträgen auf der Webseite sowie auf Youtube. Kameraführung und Moderation erzeugen beim Zuschauer nicht unbedingt Adrenalinschübe, wurden aber nach eigenen Angaben seit April 2012 über 400.000 mal angesehen. Das Konzept von orts.tv soll als Franchisemodell deutschlandweit ausgerollt werden.

Qabel: „Bitte vertrauen Sie uns nicht. Es ist nicht nötig.“

Neuerdings erzählt uns jeder, das Internet wäre kaputt. Zuletzt gehört bei den Krautreportern, jetzt gerade bei Qabel. So ganz kaputt ist es meines Erachtens nicht, aber als werbliche Überspitzung im Rahmen einer Vertriebskampagne für mehr Freiheit und Sicherheit im Internet kann man das mal so stehen lassen.

Wer beruflich oder privat seine Daten vor fremden Zugriffen schützen will oder muss, der kommt mit PGP, Tor, JonDo, Owncloud & Co. auch heute schon sehr weit. Das Problem dabei ist: all diese Instrumente erfordern nicht nur ein Mindestbewusstein für die Bedeutung von Datensicherheit, sondern im Anschluss eben auch etwas technisches know-how sowie Aufwand für Einrichtung und Betrieb.

Alternativ dazu verspricht Qabel, auch für Laien und Technikmuffel anwendbar zu sein. Derzeit läuft eine Finanzierungskampagne auf Indiegogo mit dem Ziel, 40.000 EUR einzusammeln.

Qabel soll einige Probleme lösen: so erfolgt die Verschlüsselung der Daten mit AES 256 auf dem Startgerät des Users. Auf ihrem Weg durch das Internet sind sie also auch dann sicher, wenn der Transport über unverschlüsselte Leitungen läuft. „Qabel: „Bitte vertrauen Sie uns nicht. Es ist nicht nötig.““ weiterlesen

Ubuntu Admin Passwort wiederherstellen

Passt hier thematisch eigentlich nicht so ganz, vielleicht hilft es aber jemandem: Wer schon einmal auf einem Linux-System sein Admin-Passwort vergessen hat, der kann es relativ leicht ändern bzw. ein neues PW setzen. Dazu muss die Festplatte während des Bootens gemountet werden, um Schreibrechte zu erlangen. Bei manchen Systemen funktioniert das nicht mit den Standardbefehlen, dann hilft der folgende kleine Umweg. „Ubuntu Admin Passwort wiederherstellen“ weiterlesen

Contributoria

how_it_works; Grafik: Contributoria.com
how_it_works; Grafik: Contributoria.com

Contributoria ist ein Instrument zur Schwarmfinanzierung journalistischer Projekte. Peter Dörrie beschreibt Vor- und Nachteile in seinem Gastbeitrag auf lousypennies.de.

Ein Blick in die aktuelle Projektliste zeigt, dass die Plattform sich eher an fachjournalistische Projekte richtet. Hier gibt es das Promo-Video von Contributoria auf YouTube.

Schöner Lesen in Berlin: do you read me?!

(Update) Den Reading Room in der Potsdamer Straße gibt es leider nicht mehr. Do you read me?! finden Sie aber weiterhin in der Auguststrasse 28 in Berlin-Mitte sowie in den Satellite Stores C/O Berlin Foundation im Amerika Haus (Hardenbergstraße) und im Vitra-Artek-Store im Bikini Berlin.


Irgendwie geht es in der Diskussion um die Zukunft des Lesens heute fast immer um Digitalität, Multimedialität und Geschwindigkeit. Dass das Lesen eigentlich ein Genuß sein soll (und ist), zeigen die Ladenlokale von do you read me?! von Jessica Reitz und Mark Kiessling in Berlin. Hier liegt der Fokus auf Wohlgefühl und Entschleunigung des Lesens. Die Zeitschrift „Schöner Wohnen“ nannte do you read me?! 2012 „Berlins schönsten Zeitschriftenladen“.  „Schöner Lesen in Berlin: do you read me?!“ weiterlesen